Nico Suave

Lauf der Dinge Lyrics Nico Suave

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Nico Suave - Lauf der Dinge Songtext

Was soll ich erzählen aus meinem bisherigen Leben, bin aufgewachsen in 'ner nicht ganz so schwierigen Gegend, meine Heimat eine Kleinstadt nahe dem Ruhrgebiet, es war nicht einfach, ich musste sehen, dass ich die Kurve krieg. Täglich in der Stadt abgehangen, ich war hin und weg, es ging um Rap, Drogen erfüllten ihren Sinn und Zweck. Statt uns weiter zu bilden, kifften wir leider und chillten. Während andere paukten, feilten wir an weiteren Silben. Es war ok für mich, doch es gab auch dümmere Zeiten, als es anfing sich in Menden mit fremden Müttern zu streiten, weil ihr Sohnemann sich nicht mehr in Busse traute, was ich mir bloß erlaubte, warum ich ihm Groschen raubte. Ich seh es ja ein, aus das Ding mit den Schlägereien. Obwohl wir uns geschlagen haben, stand ich nie in den Dateien, die Bullen wollten mich nicht, oder einfach Schwein gehabt. In nur einer Nacht haben sie gezeigt, wie man mir Beine macht. Hab nen Schlussstrich gezogen als ich später dann merkte, dass ich nicht der Typ war für Tritte, Schläge, Härte. Ich hab mich freigemacht von jeglichen Aggressionen. Doch der Rest leider nicht, das seh ich an der Nation.

Leider ist das Leben keine Kassette im Tapedeck, Stop drücken und zurückspielen geht nicht.

Damals hab ich oft viele Fehler gemacht, heute gebe ich acht, jeder Schritt wird besser durchdacht. Doch heute bleiben mir auch kaum Fehler erspart, Fehler jeglicher Art, ich weiß, das Leben ist hart.
Ich hatte den Lappen wie es sich für ne Kleinstadt gehört schon mit 18 und bin nachts in jede Einfahrt gestürmt. Wir haben die Nachbarn geweckt mit lauten Motoren und das ein oder andere Rennen mit dem Auto verloren. Ich hab Gas gegeben wie Studenten im Sportsemester, es kommt mir vor wie gestern: Ich mit dem Ford Fiesta. Das Auto hat mich auch echt ne Stange Geld gekostet. Bereits nach nem halben Jahr war der Auspuff weggerostet. Mit ner Stange Geld mein ich ein paar tausend Mark. Dafür kam der Kleinwagen leider nur kaum aus dem Quark. Dank meines Stils hab ich fast ein Kind umgefahren. Ich bin ohne Plan gerast. "Junge, nimm dringend die Bahn." Das waren die Worte von so fünf bis sechs Rentnern, die meinten, ich sollte am Profil der Reifen was ändern. Einen Monat später bin ich über Rot geknallt, nur hundert Meter weiter standen die Bullen im Wald. Noch ein paar Wochen später musste ich den Schein abgeben. Ich dachte meinetwegen, ein wenig Beine vertreten, doch dann kam die Rechnung, die dem Staat zugute kam, ich hatte nichts zu Lachen, ich hatte nur Wut im Magen.

Leider ist das Leben keine Kassette...

Irgendwann hab ich gedacht, ich muss mich dem Staat beugen, es war haarstreubend 'ne Ausbildung mit Fahrzeugen. BMW hat mich eingestellt, ich war ihr Neuerwerb, mein Chef ging öfter in die Luft als ein Feuerwerk. Ich war 'ne faule Sau, ja genau, ich geb es zu, am ersten Tag tauchte ich auf mit kaputten Skateboard-Schuhen. Ich musste erst mal haben, was der Laden verlangt. Seitdem lagen bei mir im Quartier Krawatten im Schrank, die Anzüge durften nicht fehlen wie gute Schuhwerke. Bereits nach Tagen standen mir die Haare zu Berge. Das einzig Gute am Job waren die dicken Schlitten, statt 'nen Wagen nach Hagen zu fahren fuhr ich Richtung Witten. Ein bisschen Mcdriven, vom Betrieb wegbleiben. Man sah von mir nur die Heckscheiben, pausenlos Raps schreiben, das waren meine Hauptaufgaben, neben Gebrauchtwagen plazieren und markieren, bevor wir sie verkauft haben. Geiler Job, ich muss sagen, ich hab nicht viel gelacht, zwei Wagen kaputt gefahren, Glück mit ins Spiel gebracht. Drei Jahre verschenkt, ich bin froh, dass sie vorbei sind. Soll heißen, ich kann auf die drei Lehrjahre scheißen.

Leider ist das Leben keine Kassette...
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