Velvet revolver
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Velvet Revolver war eine US-amerikanische Rockband, die wegen der Prominenz ihrer Einzelmitglieder als Supergroup gilt.

Velvet revolver Biografie

"The Velvet Underground" war ein Buch von Michael Leigh, das von Sadomasochismus und dem Sexualleben der amerikanischen Mittelschicht handelte. Reed hatte es beim Umzug in sein New Yorker Appartement im Müll seines Vormieters gefunden. Bei der Wahl des Gruppennamens dachten Reed und Morrison jedoch weniger an die Thematik von Leighs Buch als vielmehr an die zzt. gerade angesagten Undergroundfilme, überdies passte der Name zu Reeds bereits fertiggestelltem Song Venus In Furs (in Anspielung auf den gleichnamigen sadomasochistischen Roman "Venus im Pelz" von Leopold von Sacher-Masoch). Alle Bandmitglieder waren mit dem Namen einverstanden, und so wurde der Buchtitel umgehend der neue Name für das neue Bandprojekt. Der Gitarrist Sterling Morrison dazu:

"Immer wenn ich das Wort ‚Underground‘ höre, fühle ich mich an diese Zeit in den frühen Sechzigern erinnert, als dieser Begriff zum ersten Mal eine spezielle Bedeutung annahm. Damit waren Undergroundfilme gemeint und die Leute, die diese Kunstform produzierten und unterstützten. Und derjenige, der mich mit dieser Szene bekanntmachte, war Piero Heliczer, ein lupenreiner ‚Underground-Filmemacher‘, der erste, den ich kennenlernte [...] Endlich hatten wir einen Namen! Und aufgegriffen und für gut befunden wurde er von uns nicht nur wegen der Sadomaso-Thematik, sondern weil der Begriff auf unsere Tätigkeit im Undergroundfilm und in der Kunstszene verwies."

Ihr erstes Konzert unter dem Namen The Velvet Underground gab die Band am 11. Dezember 1965 an der Summit High School in New York.

Die Gründungsgeschichte reicht zurück bis ins Jahr 1964. Der Sänger, Songwriter und Gitarrist Lou Reed hatte gerade eine kurzlebige Garagenband gegründet und arbeitete als Texter für Pickwick Records. Den Job bezeichnete Reed als "a poor man's Carole King" (dt. "eine Carole King für Arme"). Bald traf Reed auf John Cale, einen jungen Waliser, der in die USA gezogen war, um klassische Musik zu studieren. Cale verfügte schon über eine klassische Kompositionsausbildung, hatte bereits mit Musikern der Neuen Improvisationsmusik wie John Cage oder La Monte Young zusammengearbeitet und war ebenso wie Reed an Rockmusik interessiert. Der Einfluss von La Monte Young und dessen als "Drones" (Dröhnen, Brummen) bezeichnete Kadenzen auf den Sound von Velvet Underground sowie Cales und Reeds spätere Solokarrieren war erheblich. Cale war überrascht, in Reed jemanden gefunden zu haben, der wie er ein offenes Ohr für Experimente hatte: Reed stimmte seine Gitarrensaiten oft alle auf dieselbe Tonlage und erzielte damit den "Drone"-Effekt. Die beiden jammten immer häufiger zusammen, und es entstand eine kreative Partnerschaft, die bereits die Richtung für das spätere Bandprojekt The Velvet Underground vorgab.

Reeds erste Gruppe zusammen mit Cale nannte sich The Primitives. Verstärkt durch Reeds früheren Studienkollegen, den Gitarristen Sterling Morrison, und Angus MacLise am Schlagzeug nahmen sie den Reed-Song The Ostrich als Single auf. Das Quartett tingelte anfangs durch schmuddelige New Yorker Klubs und Kneipen und nannte sich anschließend noch The Warlocks und The Falling Spikes. Der Stil der Gruppe war zunächst eher dem Rock 'n' Roll zuzuordnen. John Cale beschrieb diese Vorgeschichte und Entstehungsphase der späteren VU als "Reminiszenz an die Beatnik-Poetik mit Angus MacLise als lockeren Rhythmusdrummer hinter all den Gitarren- und Bassattacken." Reed, Cale und Morrison nahmen ein Demotape auf, das Cale auf einer Englandreise Marianne Faithfull in der Hoffnung gab, sie würde es Mick Jagger zuleiten. Daraus wurde jedoch nichts, und so sollte das gesamte unveröffentlichte Bandmaterial im Archiv verschwinden, um erst dreißig Jahre später auf einer Kompilation veröffentlicht zu werden.

Angus MacLise spielte nur noch kurzfristig in dieser Band mit; als sie im Sommer 1965 ein von Al Aronowitz, ihrem damaligen Manager, vermitteltes Angebot für ihren ersten bezahlten Auftritt annahm, gab er seinen Ausstieg bekannt, weil er eine Kommerzialisierung der Band befürchtete.

MacLises Nachfolgerin am Schlagzeug, Maureen Tucker, kam durch Sterling Morrison, mit dem sie befreundet war, in die Band und beeindruckte durch ihr ungewöhnliches Schlagzeugspiel: Sie spielte im Stehen, benutzte für die Bassdrum keine Fußmaschine und hatte eine eigene Anordnung der Schlaginstrumente, überdies legte sie gern ein Tamburin auf ihre Snaredrum. Als zusätzliche Innovation war Tucker eine der ersten Schlagzeugerinnen der Rockgeschichte. Angus McLise indes kehrte später noch einmal für kurze Zeit als Ersatzmann zu The Velvet Underground zurück, als Reed an Hepatitis erkrankte; Tucker übernahm in dieser Zeit den Bass.

Der eigentliche Aufstieg der Band begann, als die Filmemacherin Barbara Rubin kurz vor Weihnachten 1965 im Cafe Bizarre im Greenwich Village auf die Gruppe aufmerksam wurde und dem Pop-Art-Künstler Andy Warhol davon erzählte. Warhol war gerade auf der Suche nach einem Act für seinen neugegründeten Club "Andy Warhol's Up". Wenig später besuchten Rubin und Warhol in Begleitung von dessen Entourage Gerard Malanga, Paul Morrissey und Edie Sedgwick das Lokal, um sich die Gruppe anzusehen. Warhol war auf Anhieb von der skurrilen Band begeistert, die Velvets hatten es sich nämlich zur Angewohnheit gemacht, stoisch mit dem Rücken zum Publikum zu spielen "Wir gingen definitiv nach draußen, um zu beleidigen, da war eine gewisse Grenze, uns war das Publikum scheißegal, wir drehten ihm den Rücken zu", sagte John Cale in einem späteren Interview. Da Warhol stets von Kuriosität fasziniert war und die "Velvets" mit all ihrer in Kakophonie verwobenen Lyrik wie eine finstere Nemesis auftraten, engagierte er die Band für sein neues Multimediaprojekt "Exploding Plastic Inevitable".

Die Zusammenarbeit mit Andy Warhol lässt sich auf das gesamte Jahr 1966 und die erste Hälfte des Jahres 1967 datieren. Im Januar 1966 hatte die Gruppe einen gemeinsamen Auftritt mit Warhol im Delmonico's Hotel an der Park Avenue, wo Warhol als Vortragsredner zum Festbankett der New York Society for Clinical Psychiatry geladen war. Da sich Warhol jedoch weigerte, vor Publikum zu reden, unterhielt er die Gäste mit der Musik von Velvet Underground, zu der er seine Filme Harlot und Henry Geldzahler zeigte. Während des Auftritts führte Gerard Malanga einen Peitschentanz auf, zu dem das Model Edie Sedgwick, die damalige Warhol-Muse, in kreisenden Bewegungen tanzte. Die Filmemacher Jonas Mekas und Barbara Rubin gingen derweil mit einem Scheinwerfer durch den Saal und stellten den verstörten Psychiatern peinliche Fragen nach ihren Sexualpraktiken. Die International Herald Tribune titelte am darauf folgenden Tag: "Psychiater ergreifen vor Warhol die Flucht".

Bereits im April 1966 fand die Eröffnung einer Serie von Multimedia-Shows im New Yorker Club The Dom (vollständig Polski Dom Narodowy, dem "polnischen Haus") statt, die Warhol zusammen mit den "Velvets" konzipiert hatte. Das Dom, gelegen im geschäftigen East Village, besaß einen großen mietbaren Tanzsaal. Warhol mietete den Saal für den gesamten Monat April.

Die Band gehörte ab diesem Zeitpunkt kurzfristig Warhols "Factory" an, der als Manager und Produzent die Karriere der Gruppe nun entscheidend förderte, ihnen die Factory als Übungsraum zur Verfügung stellte und sie als Zugpferd in seine provokativen Performanceshows integrierte. Er entwarf auch das Cover für das Debütalbum "The Velvet Underground and Nico" mit der (in der ersten Auflage als Siebdruck abziehbaren) Banane und konzipierte eine umfangreiche Promotion für "sein" neues Produkt. Als Gegenleistung verlangte Warhol, das attraktive blonde Kölner Fotomodell Nico (bürgerlich Christa Päffgen) in die Band aufzunehmen. Nico musste nach dem ersten Album die Band wieder verlassen, da sie nach Ansicht von Reed und Cale zwar eine starke erotische Ausstrahlung besaß, jedoch beim Singen große Intonationsprobleme hatte. Nebenbei hatte sie eine Liaison mit Reed und überdies war es zu Konflikten mit Maureen Tucker gekommen. Später sagte Tucker in der ZDF-Dokumentation Nico Icon über Christa Päffgen: "To me she was just a great pain in the ass." (deutsch: "Für mich war sie einfach ein großes Ärgernis.").

Nach dem Ende der Zusammenarbeit mit Warhol nahm die Band das experimentelle Album White Light/White Heat auf. Nach der Veröffentlichungen kam es zu Zerwürfnissen zwischen John Cale und Lou Reed, die dazu führten, dass Cale 1968 seinen Ausstieg bekanntgab. Er produzierte anschließend noch einige Songs und Schallplattenaufnahmen von Nico (unter anderem die Alben The Marble Index, Desertshore und The End) und begann, sich eigenen Soloprojekten zu widmen.

Die übrigen drei Bandmitglieder nahmen, verstärkt durch den Neuzugang Doug Yule, zwei weitere Studioalben - The Velvet Underground und Loaded - auf. Das letzte Konzert in dieser Besetzung gab die Band am 23. August 1970; kurz darauf stieg Lou Reed aus, 1971 folgten Maureen Tucker und Sterling Morrison.

Yule, der mit dem Ausstieg Reeds die Führung der Band übernommen hatte, trat mit wechselnden Musikern bis 1972 weiterhin als The Velvet Underground auf, anschließend spielte er in einer lokalen Band, die sowohl Velvet-Underground- als auch eigene Stücke aufführte. 1973 nahm er gemeinsam mit Ian Paice das Album Squeeze auf. Im Mai desselben Jahres folgte ein letztes Konzert unter dem Namen The Velvet Underground:

"Wir trafen jemanden, der anfing, uns rund um Neuengland zu buchen. Er sollte uns als mit mir von The Velvet Underground bewerben, aber er sollte nicht sagen, es handele sich um The Velvet Underground. [...] Der letzte Auftritt war ein Skiort in Vermont oder irgendwo, wir fuhren hin, sahen ‚The Velvet Underground‘ und sagten: ‚Jetzt reicht's!‘"

1989 spielten Lou Reed und John Cale den Liedzyklus Songs for Drella zum Gedenken an ihren zwei Jahre zuvor verstorbenen früheren Mentor Andy Warhol ein. Bei der letzten Aufführung am 3. Dezember 1989 übernahm Maureen Tucker das Schlagzeug in dem Lied Pale Blue Eyes. Am 15. Juni 1990 kam es zu einem spontanen Auftritt anlässlich einer Andy-Warhol-Ausstellung; mit den herumliegenden Instrumenten einer anderen Band spielten die vier Urmitglieder Heroin. Aufnahmen dieses Auftritts wurden später auf Bootlegs veröffentlicht.

1993 kam es zu einer kurzfristigen Wiedervereinigung der Originalbesetzung, die zu diesem Anlass erstmals seit ihrer Gründung durch Europa tourte; allerdings hatte diese Reunion nicht lange Bestand. Das letzte Konzert unter dem Namen The Velvet Underground gab die Band im Juli 1993 als Vorgruppe von U2.

Ihren bislang letzten gemeinsamen Auftritt hatten Reed, Cale und Tucker am 17. Januar 1996 anlässlich der Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame. Dem im Vorjahr verstorbenen Sterling Morrison widmeten sie das Stück Last Night I Said Goodbye To My Friend.
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