Bettina Wegner

Ach, wenn ich doch als Mann auf diese Welt gekommen wär Lyrics Bettina Wegner

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Bettina Wegner - Ach, wenn ich doch als Mann auf diese Welt gekommen wär Songtext

Ach, wenn ich doch als Mann auf diese Welt gekommen wär,
da wär ich besser dran und wüsste, wie sie sind
und alles, was ich machte, wär sicher halb so schwer
und von der Liebe kriegte dann der andere das Kind.

Ich hätte monatlich nurmehr noch finanzielle Sorgen,
beim Tanzen könnt ich einfach fragen: Tanzen Sie?
Und würde ich mal wach mit einem Schmerz im Kopf am Morgen
würd es nicht heißen: Deine Migräne, Liebling, das ist Hysterie.

Ich könnte mich allein in jede Kneipe setzen,
kein Mensch würd in mir leichte Beute sehn
und mich mit widerlichen Blicken hetzen
ich könnte ungeschorn an jeder Ecke stehn.

Und dürfte auf der Straße seelenruhig rauchen,
kein giftger Blick von Damen würd mich streifen,
das kann man noch zur Männlichkeit gebrauchen
und alle Damen würden das begreifen.

Und wenn mir auf der Straße irgendwer gefiele,
da ging ich ran und würde ein Gespräch beginnen
und keiner hätte da so komische Gefühle,
dass ich ne Frau bin: Mensch, die Olle muss doch spinnen.

Beim Singen würde jeder auf die Worte hören,
kein Blick auf meine Beine oder Brust,
den Hörer würd nicht der Gedanke stören:
Na, könntste mit der Alten oder hättste keene Lust?

Und dann, wenn ich mal furchtbar nötig müsste,
vorausgesetzt, dass es schon dunkel ist,
da hätt ich heimlich, wenn das jemand wüsste,
ganz schnell an irgendeinen Baum gepisst.

Zu Hause würd ich stets das meiste Essen kriegen,
ach Mensch, ich wünsch mir so, ein Mann zu sein
und auch im Bett da dürft ich immer oben liegen
und keiner sagte: Kommse, ich helf se in den Mantel rein.

Das ist mir immer peinlich, weil ich das alleine kann
und Feuer geb ich selber furchtbar gern
und Türaufhalten dürfte ich als Mann
und müsst mich nicht bedanken bei den Herrn.

Und schließlich würd ich alle jene mal verprügeln,
die ihre Knder mit in Kneipen zerrn,
ich würd ihn' ordentlich eins überbügeln,
wenn die besoffen lalln, sie hätten Kinder gern.

Das, was ich denk und sage, würde ernst genommen,
weil niemand dächte, dass ein Weib nicht denken kann
und wär ich mit dem Auto mal zu Fall gekommen,
hieß es nicht gleich: Lasst doch die Weiber nicht ans Steuer ran.

Ich hab genug von diesem kleinen Unterschied,
ich will das gleiche machen wie der Mann,
will, dass man einen Menschen in mir sieht
und dass ich wirklich gleichberechtigt walten kann.

Ach Gott, da müsste ich ja schließlich auch zur Volksarmee.
Na denn lieber nee?
Oder doch?
Und denn die kurzen Haare!
Na wärn ja bloß anderthalb Jahre!
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